Der Gockel (Le dindon, 1896)
Programmheft zur Erstaufführung am Stadttheater Würzburg, 1987
Programmheft zur Erstaufführung am Stadttheater Würzburg, 1987
Pontagnac; Vatelin; Redillon; Soldignac; Pinchard; Jean; Gérome; Victor; Hoteldirektor; 1. Kommissar; 2. Kommissar;
Lucienne Vatelin; Clotilde Pontagnac; Maggy Soldignac; Madame Pinchard; Armandine; Clara; Polizisten, Hotelgäste.
Feydeau, Georges
:
Der Gockel. http://www.dtver.de/downloads/leseprobe/n-----45.pdf (15.7.2014)(= Website des Deutschen Theaterverlags).
5.2.1987
, I:
Vlad Mugur
19.11.2015
, I:
Josef Ernst Köpplinger
Jelineks Essay
Elfriede Jelinek schrieb uns zu ihrer Übersetzung (1986)
Jelineks Essay
Trans - lation (- portation) (1994)
Jelinek erstellte alle Übersetzungen von
Feydeau
-Theaterstücken im Auftrag des
Theaterverlags Ute Nyssen & J. Bansemer
. Ein Großteil der Übersetzungen stammt aus den 1980er Jahren. Sowohl wirtschaftlich-finanzielle als auch ästhetische Überlegungen des Verlags waren für die Wahl Jelineks ausschlaggebend: so sollten die Übersetzungen Jelinek zu höheren Honoraren und einer größeren Bekanntheit im Theaterbereich verhelfen (zumal
Feydeau
-Stücke häufig an größeren Bühnen gespielt werden) und gleichzeitig die von herkömmlichen Vorstellungen geprägte
Feydeau
-Rezeption im deutschsprachigen Raum erneuern.
Charakteristisch für den Stil der Übersetzungen sind einerseits Aktualisierungen in der Wortwahl, andererseits aber auch die Beibehaltung des Sprachrhythmus sowie der Wortspiele und die Betonung des gesellschaftskritischen Gehalts der Originale. Zentrale Aspekte sind die Hinterfragung geschlechts- und klassenspezifischer Konventionen (
Frau
,
Mann
) der
Gesellschaft
und das Aufzeigen der Doppelbödigkeit der bürgerlichen Moral, die sich vor allem in der
Ehe
und der
Familie
sowie im Umgang mit
Sexualität
manifestiert.
Jelinek erstellte die Übersetzung von Der Gockel 1986. Im Mittelpunkt der Verwechslungskomödie stehen die Seitensprünge von Pontagnac und Vatelin. Als deren Frauen, Lucienne und Clotilde, darauf aufmerksam werden, beschließen sie, sich dafür zu revanchieren. Durch die Verwechselungen werden geschlechtsspezifischer Konventionen (
Frau
,
Mann
) hinterfragt und die Doppelmoral der bürgerlichen
Gesellschaft
demaskiert.