Der Einzige und wir, sein Eigentum

Abdrucke

Übersetzungen

Französisch

Portugiesisch

 

Nachruf auf

Tho­mas Bern­hard

;

Bern­hard

sei ein lebenslang Kranker gewesen (

Krank­heit

), der mehr als andere für seinen Platz in der

Ge­sell­schaft

kämpfen musste, in seiner Kritik hätte er die österreichische Gesellschaft (

Ös­ter­reich

) affirmiert.

 

Wie kein anderer hat dieser zornige Mann an sie, diese österreichische Gesellschaft, geglaubt, wie der Kranke ja auch mit verzweifelter Wut zu den Gesunden hinüber möchte, gerade weil sie ihm dauernd das Gefühl geben, nicht mehr zu ihnen zu gehören und ihn, diese schreckliche Möglichkeit ihres eigenen Seins, abzustoßen suchen. So affirmiert Bernhard die Gesellschaft in seiner Rolle als Kritiker, als Schablone des Kritikers schlechthin, gerade indem er sie kritisiert, die doch längst sein Lebensinhalt geworden ist.

aus: Elfriede Jelinek: Der Einzige und wir, sein Eigentum . In: profil, 20.2.1989.

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Essayistische Texte, Reden und Statements
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